Rote Staubwolken in der MSA-Siedlung

Die MSA-Siedlung in Dortmund-Scharnhorst wurde nach dem Krieg für Bergleute im Rahmen des amerikanischen Marschall-Planes errichtet. Mein Vater kaufte sich ein Reihenhaus mit 56 qm. Hier hatte dank geschickter Planung des Architekten eine Familie mit 3 Kindern Platz. Jedes Kind hatte ein eigenens, wenn auch ganz kleines Zimmer. Es gab eine kleine Einbauküche und ein Wohnzimmer, das damals auch als Esszimmer genutzt wurde, einen Keller und einen schmalen Garten mit Gartenhaus.

Die Siedlung wurde erst belächelt wegen der unterschiedlichen Farbgebung der Häuser. Später erkannten die Zweifler die Vorteile und die Reihenhäuser wurden sehr populär.

Spielplätze gab es damals in der Siedlung nicht, nur größere Rasenflächen, die von uns Kindern zum Fußballspielen benutzt wurden.

Ich erinnere mich an immer wieder kehrende Staubwolken, die von der Zeche hinüberwehten, Gerüche nach Metall und Rost. Es regnete Staubkörner in rot. Meine Mutter sagte dazu. „Die Nachtschleuder ist wieder an.“ Nachts wurde vermutlich mehr Staub geblasen, damit die Bevölkerung davon nichts merkte. Am nächsten Morgen lagen dann immer kleine rote Haufen auf den Gartenflächen und Fensterbrettern.

 

Eine Erinnerung von Hans Rau

Bewerte und schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.