Jahrhunderthalle Bochum und Westpark

1993-2002

Das Gelände rund um die Jahrhunderthalle in Bochum ist heutztage ein kultureller Hot Spot und Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.
Es gab eine Zeit vor dem Westpark, als sich das Gelände des ehemaligen Bochumer Vereins mit den verbliebenden Gebäuden im Zustand einer Industriebrache befand; vor allem das Areal zwischen Pumpenhaus und Turbinenhalle blieb lange Zeit in seinem ursprünglichen Zustand. Lediglich die Jahrhunderthalle wurde seit 1993 für gelegentliche Kulturveranstaltungen geöffnet. So erinnere ich mich an großartige Aufführungen des Thealozzi-Theaters in jenen Jahren.
Abgesehen davon zog es mich als Amateurfotografen, der seine fotografischen Streifzüge entlang der Industriebrachen des Reviers unternahm, immer wieder auf das Gelände an der Alleestraße, um mit der Kamera Facetten dieser faszinierenden Industriebrache festzuhalten – damals noch mit der anlogen Kamera.
Zunehmend überwuchert von der Natur, befand sich das Areal zwischen Pumpenhaus, Turbinenhalle und den Kühltürmen in einem wahren Dornröschenschlaf. Eine Fundgrube für Motive der „Lost Places“-Fotografie. Das ist allerdings ein Begriff, der erst Jahre später in die Fotografensprache Eingang fand. Auch der Bereich rund um die Reste des sogenannten Colosseums befand sich noch im ursprünglichen Zustand.
Zugang zur Jahrhunderthalle hatte man nur anlässlich der wenigen kulturellen Veranstaltungen oder – für den Fotografen natürlich deutlich reizvoller – wenn freundliche Mitarbeiter des Thealozzi-Theaters bei ihren Probeterminen einen Besucher zuließen, der sich dann ungestört an der ansonsten menschenleeren Halle und ihren Architekturdetails erfreuen konnte.
Eine Erinnerung von Burkhard Heringhaus

Eine Erinnerung von Burkhard Heringhaus

1 Kommentar

  1. Industriebrache

    Wirklich schön. Die Erinnerung ist anschaulich beschrieben und die Fotos sind klasse.

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