Das Fahrsteiger-Zechenhaus

Meine Großeltern mütterlicherseits bewohnten ein Zechenhaus in Scharnhorst. Da mein Großvater Fahrsteiger war, war das Haus komfortabel und geräumig. Das Reihenhaus bestand aus insgesamt drei Häusern und kam mir mit der Klinkerfassade und dem schicken Giebel als Kind immer sehr fein vor.

Die Nebengebäude (Waschküche und Abstellraum) bildeten mit dem Haupthaus und der Garage einen schattigen Innenhof. Hier verbrachten wir bei unseren Besuchen die meiste Zeit. An einem Tisch mit Plastikdecke wurde stundenlang gekniffelt und im Frühling Rhabarberstückchen, in Zucker oder Kakaopulver gestippt, gegessen.

Jenseits der Garage befand sich der Zechenbusch. Hier lag ehemals die Zeche Scharnhorst, die damals schon abgerissen war. Stattdessen befand sich dort eine parkähnliche Grünfläche, umrandet mit der noch erhaltenen Zechenmauer. Obwohl der Opa schon mit 55 Jahren in Rente gegangen war, blieben die Erinnerungen und Geschichten von „unter Tage“. Die Bronzestatue eines „Kumpels“ mit Lampe, die er als „Kohlekönig“ überreicht bekam, habe ich von ihm geerbt.

 

Eine Erinnerung von Nina Rau

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