Bergmanns Los

5. Februar 1949

Das ist des Bergmanns früher Tod:
Er muß im Schacht
Tagtäglich scharren um sein Brot
In Dunst und Nacht. –

Ihn hält die mühevolle Schicht
Vom Tage fern,
Er mißt das gold’ne Sonnenlicht
Und Mond und Stern’. –

Wühlt wie der Maulwurf immerfort
Und scharrt und gräbt
Im Kohlengang, am düstern Ort –
Heißt das gelebt? –

(Heinrich Kämpchen)

Mein Vater Günter Wagner verunglückte tödlich am 5. Februar 1949 unter Tage auf der Zeche Friederika in Bochum-Wiemelhausen im 27. Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Schacht zum Verbundbergwerk Prinz Regent und Dannenbaum. An meinen Vater erinnert kein Denkmal, aber im gesamten Ruhrgebiet finden sich zahlreiche Gedenkstätten an Grubenunglücke mit bis zu über 400 Todesopfern.
Als Literatur zum Thema ist zu empfehlen:

Evelyn Kroker, Michael Farrenkopf: Grubenunglücke im deutschsprachigen Raum. Katalog der Bergwerke, Opfer, Ursachen und Quellen. 2. erweiterte Auflage. Bochum 1999

Im Laufe der Jahre habe ich im Gedenken an meinen Vater viele Denkmäler besucht und im Bilde festgehalten.

Eine Erinnerung von Norbert Hugo Wagner

2 Bewertungen

  1. Wertschätzung

    Meine Großväter waren ebenfalls unter Tage. Allerdings haben beide das Renten-alter noch erreicht, wenn auch nicht wirklich gesund. Beide starben kurz nach Eintritt in den Ruhestand. So kann ich mich nur noch an die Großmütter erinnern.
    In vielen Familien wird es ganz ähnlich sein. Es ist schön daran erinnert zu werden, dass die Arbeit der Kumpel noch wertgeschätzt wurde.

  2. FEHLER!!!

    Hierin steckt ein sehr unglücklicher Fehler, der korrigiert werden sollte:

    „…aber im gesamten Ruhrgebiet finden sich zahlreiche Gedenkstätten an Grubenglücke mit…“

    Es muß selbstverständlich „Grubenunglücke“ heißen!!!

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