Glückauf-Kampfbahn

1960er

Ein wichtiger Erinnerungsort der Region ist die Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn. Im Jahr 1927 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation errichtet, deren Eigentümer Mannesmann das Gelände an den Verein verpachtet hatte, ist die Glückauf-Kampfbahn ein Erinnerungsort in mehrfachem Sinne. Denn die ehemalige am Ernst-Kuzzora-Platz gelegene Heimspielstätte des FC Schalke 04 erinnert somit nicht nur an das erste vereinseigene Stadion des Traditionsclubs, sondern zugleich an die enge Verbindung der Fußball-Knappen zu den „echten“ Knappen im Bergbau: sogar Ernst Kuzzora selbst hat bis in die 1920er Jahre auf „Consol“ gearbeitet.

Zu meinen Erinnerungsorten zählt die Kampfbahn, weil mein Vater mich im Kindes- und Jugendalter in den 1960er Jahren häufig mit zu den Heimspielen des S04 genommen hat. Besonders präsent sind mir Erinnerungen an Männer, die in der Nordkurve mit Steinen gefüllte Ölfässer schüttelten um „unsere“ Knappen anzufeuern und dabei einen animalischen Lärm veranstalteten. Ich erinnere mich an Cola-Verkäufer, die sich mit ihren mit Trockeneis gefüllten Bauchläden flink wie Wiesel über die Tribünen bewegten, an Spieler wie „Stan“ Libuda, Norbert Nigbur, Manni Kreuz und Klaus Fichtel, die Begeisterungsstürme entfachten, die die Kampfbahn zum Beben brachten. Nach gewonnenen Spielen zog man mit blau-weißen Fahnen durch die Straßen nach Hause, wir Kinder bekamen Cola, Pfefferminz und Kaugummis: ein einziges großes Volksfest.

Eine Erinnerung von Markus1904

2 Bewertungen

  1. Schön erzählt

    Mit Fußball kann ich überhaupt nichts anfangen, aber das hier ist sehr schön erzählt!

  2. Abschiedsspiel

    Dort habe ich 1973 das letzte Bundesligaspiel der Knappen vor dem Umzug ins neue Parkstadion miterlebt. Zu Gast war der HSV und ein alter Schalker, nun im Dienst der Hanseaten, Willi Schulz, wurde von S04-Präsident Siebert mit Blumen verabschiedet. Zuvor musste ich hier aber noch von etlichen Spielen berichten, die unter dem äußerst miesen Flutlicht stattfanden. Dieses Fotolicht, eine Katastrophe. Da freute man sich richtig auf das moderne Parkstadion. Doch ein Hauch von echtem Revierfußball bleibt für immer in und rund um die alte Glückauf-Kampfbahn zurück.

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Ernst-Kuzorra-Platz 1
45881 Gelsenkirchen
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