Rote Schule / Paulschule / OT-Eigen

Anfang der 1960er

Meine Schulzeit begann ich Anfang der 1960er an der Städtischen katholischen Volksschule „Paulschule“, Am Schlangenholt. Leider gibt es kein Foto aus meiner Schulzeit. Das Foto der Schule wurde 1985 aufgenommen.

Direkt angrenzend war der Schulhof der damaligen „Liebfrauenschule“ an der Buchenstraße, in der sich heute die städtische Grundschule Paulschule befindet.
In dem damaligen Paulschul-Gebäude ist heute die Evangelische Kinder- und Jugendeinrichtung OT-Eigen.

Meine Lehrerinnen hießen Fräulein F., Fräulein S., aber es gab auch einen männlichen Lehrer Herrn J. Ein besonderes Ereignis war, dass ich einmal eine der Lehrerinnen zu Hause besuchen durfte.
Die Religionslehrerin korrigierte unsere Vornamen auf katholische Versionen: „Heidi“ ging ja gar nicht, daraus wurde Heidemarie. „Bärbel“ heißt ja eigentlich Barbara.
Sie führte auch Strichlisten, wer an wie vielen Gottesdienste in der vergangenen Woche teilgenommen hatte. Am Ende des Schuljahrs bekam die Schülerin (natürlich war es ein Mädchen) mit den meisten Messbesuchen ein gerahmtes Foto der Kirche geschenkt.
Im Fach Schönschreiben lernten wir Sütterlin-Buchstaben zu schreiben und den Heftrand mit Blümchen zu verzieren. Leider ist nicht viel vom Sütterlin hängen geblieben, sonst könnte ich heute Kochbücher und Poesiealbum meiner Mutter lesen.

Mein eigenes Poesiealbum habe ich auch noch: mit vielen Glanzbildchen und frommen Sprüchen.

Ich erinnere mich an Pausen mit „Machet auf das Tor“, Klatschreimen wie „Bei Müllers hat’s gebrannt“ und „Empompi Kolonie“ und Völkerball auf dem Schulhof – später dann nur noch an „Gummitwist“.

Jedes Jahr wurde Karneval gefeiert. Ich hatte immer ein Chinesenkostüm – drei verschiedene. Nicht, dass ich so gerne Chinese gewesen wäre, aber meine Eltern hatten sie für mich besorgt.
Es gab keine Musikanlage, so habe ich in einem Jahr einige Karneval-Schallplatten und meinen Plattenspieler (nur für Singles, mit Abwurfsäule!) mit Hilfe zweier Klassenkameraden zur Schule mitgebracht. Als sich dann herausstellte, dass mein Gerät mangels Schuko-Stecker nicht angeschlossen werden konnte, hat mir dann keiner mehr auf dem Rückweg geholfen.

Am Ende des Schuljahrs gab es zur Belohnung für das beste Zeugnis ein Jugendbuch mit Widmung, jeweils eins für das beste Mädchen und den besten Jungen.

Nach der 4.Klasse habe ich die Schule gewechselt. Danach hatte ich keinen Kontakt mehr zu ehemaligen Mitschülern.

Mitte der 1960er wurde aus der Paul- eine Grundschule und aus der Liebfrauen- eine Hauptschule.
Die Hauptschule Liebfrauen zog um zur Brömerstr. und wurde später zum Willy-Brandt-Gesamtschule. Die Grundschule Paulschule wechselte in das Gebäude an der Buchenstraße. Und aus der „Roten Schule“ am Schlangenholt wurde OT-Eigen.

Eine Erinnerung von BT

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Am Schlangenholt 21
46240 Bottrop
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