Sonntägliche Kahnfahrten auf dem Rhein – Herne – Kanal

Anfang 1950er Jahre

Sonntags entweder nach dem Mittagessen, doch meist schon am Morgen und dann mit Decke und Proviant. Bestehend aus, Kartoffelsalat, gekochten Eiern, einem falschen Kotelett (eine Scheibe Bauchspeck, wie ein Kotelett zurecht gemacht) und einer Thermoskanne mit Tee. Vielleicht noch ein paar belegte Brote (Schmalzbrot oder Brote belegt mit Speckscheiben, Senf oder Pfeffer, oft auch mit einem gebackenem Ei). Ab und an wurde auch mal ein Stück Marmorkuchen eingepackt. Dann ging es von unserer Siedlung, damals noch „Heim und Scholle“ durch den ehemaligen Emscherbruch, hinter der Zechensiedlung der II. Schnieringstraße bis zur Neuessener Straße dort über die Gladbecker Straße (zu dieser Zeit war die Neuessener Straße zur Gladbecker hin noch offen) hinüber zum Kanalbusch, unserem Büschken, (geschichtlich Fürstenberger Busch) gleich am Eingang die Trinkhalle Knop. Hier konnte man dann noch Knickerwasser und alles was eine Trinkhalle so hergab kaufen. Wir gingen dort rechts herum, vorbei am Spielplatz mit Sandkasten und einigen Holzspielgeräten. Vorbei immer rechts haltend an dem für meine damaligen Begriffe recht großem Biotop mit vielen Fröschen. Danach überquerten wir die Zechenbahnanlage Emil – Emscher zur Zeche Fritz und kamen dann zum Kanal, wo wir ein schönes Plätzchen hatten. Hier muss ich anmerken, es war die Zeit, als mein Vater bedingt durch die Typhuserkrankung nicht mehr Untertage arbeiten konnte und der Firma „Gewerkschaft Walter“ als Vorarbeiter zugeteilt war. Sie waren mit Bagger – und Ausbesserungsarbeiten am Kanal beschäftigt. So hatte mein Vater Zugriff auf die Ruderboote und damit, die nicht so belebten Plätze denn diese Stellen waren für Außenstehende gesperrt. Es war etwas wirklich Besonderes in Sonntagskleidung einen schönen Tag am Kanal zu erleben.

Eine Erinnerung von Brigitte Böcker

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