Zeche Hannover

1893 bis heute

Oft führt mein Spazierweg entlang der ehemaligen Bahntrasse Salzstrecke nach Hordel, einem nördlichen Stadtteil von Bochum. Hier steht trutzig der Malakowturm der Zeche Hannover. Er gehört mit der Maschinenhalle und der Lüfteranlage zu den Gebäuden, die noch von der einstigen Großschachtanlage Hannover in Hordel erhalten geblieben sind. Diese wurde 1973 als letzte Zeche auf dem damaligen Stadtgebiet von Bochum 126 Jahre nach ihrer Gründung stillgelegt. Sie ist heute dank der Initiative ehemaliger Bergleute LWL-Industriemuseum. LWL steht für Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Als Kleinod des Industriemuseums präsentiert sich die Koepe-Fördermaschine von 1893, die als ältestes Exemplar ihrer Art noch an ihrem Originalstandort steht, der Maschinenhalle der Zeche Hannover, und dort bis 1973 in Betrieb war.

Benannt ist sie nach Friedrich Koepe (1835 – 1922), der von 1873 bis 1890 das Bergwerk Hannover als Zechendirektor leitete. Er entwickelte 1877 eine neue Idee zur grundlegenden Verbesserung der Fördertechnik. Das Förderseil wurde materialschonend und energiesparend nicht mehr von einer Trommel zu einem nur noch durch stärkste Maschinenkraft zu bewegenden tonnenschweren Gewicht aufgerollt, sondern an seinen beiden Enden mit je einem Förderkorb verbunden und in einer Schleife um die Treibscheibe gelegt. Da so der fallende Förderkorb den steigenden über das Förderseil mitzog, wurde weitere Energie eingespart. Um die unterschiedlichen Gewichte auszugleichen, verband noch ein Unterseil die beiden Förderkörbe, wodurch eine geschlossene Schleife entstand. Das Prinzip ermöglichte die Nutzung längerer Seile und somit die Föderung aus größeren Teufen (Tiefen) und wurde zuerst auf der Zeche Hannover angewendet.

Dieses Prinzip, das sich für die Fahrt in große Tiefen bewährte, nutzten später auch die Hersteller von Aufzügen für die Fahrt in große Höhen. Die Koepe-Fördermaschine der Zeche Hannover ist somit bis heute auch die Urmutter der Aufzüge in Hochhäusern und hohen Gebäuden.

Trotz der Schließung der Schachtanlage Prosper-Haniel in Bottrop als letztes Steinkohlebergwerk im Ruhrgebiet im Jahr 2018, sollte uns eines bewußt bleiben: Eine Reihe von Technologien, die in den Zechen entwickelt wurden, haben über den Bergbau hinaus weiterhin Bedeutung und Bestand.

Eine Erinnerung von Heinz Rittermeier

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