Bochumer Schauspielhaus unter Leander Haußmann

1995 - 2000

Die Theaterlandschaft im Ruhrgebiet dürfte bundesweit einzigartig sein. Seien es kleine Bühnen wie das Schlosstheater Moers oder das Landestheater Burghofbühne Dinslaken, Stadttheater wie das der Stadt Oberhausen und das Essener Grillo-Theater oder solch renommierte wie das Schauspielhaus Bochum, wo sonst reihen sich so viele Häuser der Schauspielkunst und des Musik- und Tanztheaters aneinander wie im Revier!?

Mir war die Zeit der Intendanz Leander Haußmanns am Schauspielhaus Bochum eine unvergessliche. Noch heute finden sich in meiner Büchersammlung alle Ausgaben seiner „Theater-Zeitung“, die damals die Programmhefte ersetzte. Ich sah etliche mitreißende Inszenierungen, oft sehr stürmisch und anarchisch, wie Fassbinders „Bremer Freiheit“ (Spielzeit 1996/97), einen Rock´n´Roll-lastigen „Ur-Faust“, Heiner Müllers „Germania 3“ (beide Spz. 95/96) und – für mich das absolute Highlight – Wedekinds „Musik“, ebenfalls in der Spielzeit 95/96.

Gern erinnere ich mich aber auch an eine Kinopremiere im Schauspielhaus Bochum. Detlev Bucks Film „Männerpension“ mit Heike Makatsch, Marie Bäumer und Till Schweiger, in dem auch Haußmann mitwirkte, wurde im großen Haus erstmalig aufgeführt.

Eine Erinnerung von Jens E. Gelbhaar

1 Kommentar

  1. Das Haus unter Peymann

    Von den o.g. Inszenierungen habe ich nur Müllers Germania 3 gesehen. Dagegen ist mir die Zeit unter Haußmanns Vorvorgänger Claus Peymann in den 80er Jahren in bester Erinnerung geblieben.
    Das Schauspielhaus brachte mir Klassiker nahe, z.B. Lessings „Nathan der Weise“ mit einem großartigen Traugott Buhre in der Titelrolle, ebenso Lessings „Minna von Barnhlem“ oder Kleists „Hermannsschlacht“, gelungene Inszenierung eines umstrttenen Stückes.
    Begeistert war ich auch war von Dario Fos „Hohn der Angst“. Mit Jürgen Lodemanns „Ahnsberch“ gab es ein Stück mit Rurgebietsbezug; in dem Stück „Adoda“ (von ???) war eine bayerisch sprechende Tana Schanzara zu erleben.
    Mehrmals war ich in „Unserer Republik“, eine Arbeit der Bochumer Jensen und Koch.
    Von den damals engagierten Schauspielern sind mir neben „Nathan“ Buhre vor allem Kirsten Dene und der (leider schon verstorbene) Gert Voss in Erinnerung. Beide folgten Peymann ans Burgtheater in Wien.

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