Friedensdorfkinder bei uns in der Schule

1968

Als ich die Grundschule hinter mir hatte – inklusive zweier Kurzschuljahre – war ich noch sehr jung und meine Familie plante einen Umzug. Daher fanden es meine Eltern riskant, mich schon zum Gymnasium wechseln zu lassen. Sie schickten mich, was damals noch möglich war, zur Hauptschule in Königshardt. Dort verlebte ich einen Teil des fünften Schuljahres und erlebte viel Schönes – am beeindruckendsten war ein vietnamesischen Mädchen aus dem Friedensdorf Oberhausen, das eine Zeit lang in unsere Klasse ging. Freundlich und fremd… Und unsere erste Berührung mit Krieg.

Eine Erinnerung von A.D.

2 Bewertungen

  1. Die bemerkenswerteste soziale Einrichtung Oberhausens

    Das Friedensdorf ist die bemerkenswerteste soziale Einrichtung Oberhausens. Mir fehlen hier ein paar Worte dazu.

  2. Krieg und Frieden

    Der Erinnerungsort ist also die Hauptschule in Königshardt. Oder doch auch ein bißchen das Friedensdorf? Es sollte keinen Krieg geben. Nirgendwo. Das Friedendorf als Einrichtung, nun ja. Ich bin hin- und hergerissen. Ich habe es mir auch einmal angesehen, trotz einer langen Anreise. Da haben sie ein „Dorffest“ gemacht. Die Kinder tun mir leid. Sie sind diejenigen die Leid ertragen müssen, für das sie nichts können. Oft sind sie schon in irgendeinem Krieg geboren. Sie sind Opfer perverser Waffen geworden wie der Napalmbomben unserer amerikanischen Freunde oder der als Spielzeug getarnten kleine Granaten, die von russischen Hubschraubern in den achtziger Jahren in Afghanistan ausgestreut wurden. Ich fürchte Ähnliches gibt es immer noch. Oder noch perverser: Kindersoldaten! Und dann sind die Kinder da mit Verletzungen, die nicht am Ort behandelt werden können. Mit Folgen für ihr ganzes Leben. Einfach so. Ohne Grund. Auch sie haben Menschenrechte. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Und doch werden sie für ihr Leben gezeichnet. Wenn ich daran denke, möchte ich an der Menschheit verzweifeln. Doch wo viel Schatten ist, ist auch etwas Licht. Obwohl der Aufwand mir manchmal zu groß erscheint: Wäre es nicht besser, dafür zu sorgen, daß die Kinder auch vor Ort behandelt werden können? Doch ich gönne es den wenigen, die das Friedensdorf aufnehmen kann. Es passiert wenigstens etwas. Es ist kein Fehler für das Friedensdorf zu spenden. So lange die Welt nicht besser wird. Vergeßt nicht, daß ihr auch mal Kinder gewesen seid!

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