Oberhausener Wahrzeichen

Ich verbinde mit dem Oberhausener Gasometer immer ein Stück Heimat. Als gebürtiger Sterkrader bin ich unzählige Male in meinen Kindheitstagen an der großen Tonne (wie sie auch oft von Oberhausenern genannt wird) vorbei gekommen. Unterhalb vom Gasometer, da wo sich das heutige Centro-O befindet, rauchte, zischte u. qualmte es gewaltig. Dort stand das große Oberhausener Hüttenwerk, die HOAG (Hüttenwerke Oberhausen Aktien Gesellschaft, vormals GHH – Gute Hoffnungs Hütte und zum Schluss Thyssen Werk). Für die heutige Jugend ist das kaum vorstellbar, dass dort einst die Montanindustrie stark vertreten war.

Eine Erinnerung von D. Andermahr

2 Bewertungen

  1. Nicht nur die Industrieszenerien sind den youngsters heute nicht mehr vorstellbar, auch die unglaublich guten ersten Ausstellungen im Gasometer, 1994 / 95 „FEUER UND FLAMME – 200 Jahre Ruhrgebiet“, später „Der Traum vom Sehen“, eine Ausstellung rund ums Fernsehen oder 2010 „Sternstunden“.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gasometer_Oberhausen#.C3.9Cbersicht

  2. Gasometer oder was?

    Glück gehabt hat der Oberhausener Gasometer. Mit der Umstellung der Netze von Stadtgas auf Erdgas wurden Gaswerke und damit auch Gasometer überflüssig. Da sich Gas weder in der Kokerei noch im Gaswerk kontinuierlich aus Steinkohle gewinnen ließ, waren die Gasometer nötig, um das unregelmäßig anfallende Gas für eine gleichbleichbende Gasversorgung der Verbraucher zu sorgen. Zudem sorgten sie auch für den geringen Überdruck in der Gasleitung: Der oberhausener Gasometer gehörte zu den sogenannten Scheibengasometern. Ähnlich wie der Kolben in einer Fahrradluftpumpe schloß im Innern des Gasometers eine Scheibe über den gesamten Durchmesser des Gebäudes nach oben hin ab. Je nachdem, wie viel Gas in dem Gasometer war schwebte diese Scheibe -von außen unsichtbar- im Innern in einer Höhe, der die Füllhöhe mit Gas entsprach. as Stadtgas, das dort gesammelt wurde hatte einen deutlich geringeren Brennwert als das heute verwendete Erdgas. Zudem stank es. Es war giftig durch einen Anteil an Schwefelwasserstoff und von allem ein starkes Atemgift durch seinen Anteil an Kohlenstoffmonoxid. Der Wasserstoffgehlt sorgte für eine weitere unangenehme Eigenschaft dieses Gases: Der Wasserstoff konnte durch die Stahlwände der Gasrohre diffundieren und sich in Hohlräumen sammeln. Die entstehenden Luft-Gasgemische waren sehr explosiv in einem breiten Mischungsverhältnis. Im Vergleich dazu ist die Verwendung von Erdgas wesentlich ungefährlicher. Nur: Mit der Schließung der Gaswerke gab einen Abnehmer weniger für die Steinkohle und somit nicht nur dort sondern auch im Bergbau zu Arbeitsplatzverlusten.
    Auch in Hamborn gab es einen sehr großen Gasomter, der in den achtziger Jahren abgerissen wurde. Leider habe ich kein Foto von den riesigen Dimensionen dieses Bauwerks, vor dem sogar fünfstückige Wohnhäuser zu Winzlingen wurden. Ich habe ihr nie als besonders schön empfunden, aber, nachdem er Anfang der achtziger Jahre abgerissen wurde, fehlte plötzlich etwas im Stadtbild. Der Gasometer fehlte umso mehr als er sogar schon von den Tester Bergen jenseits von Lohberg zu sehen war. Er gab die Richtung an, wo es nach Hause ging. Ich habe mich immer gefragt, was für eine scöne und weite Aussicht ich von oben hätte. Nun der hamborner Gasometer war nie für die Öffentlichkeit zugänglich. Da die Oberhausener aber eine viel sinnvollere Verwendung für ihren Gasometer fanden als den Abriß, konnte ich es mir nicht verkneifen, dort von der Höhe aus den phantastischen Rundblick über den Kohlenpott zu genießen.

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46047 Oberhausen
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