Flucht / Vertreibung

Ich möchte hier an die Flucht kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges von Pommern ins Ruhrgebiet erinnern, die für mich selbst bedeutete, wieder zurück nach Hause zu kommen. Aufgrund der zunehmenden Luftangriffe auf das Ruhrgebiet, floh ich mit meinem gerade geborenen Sohn im Sommer des Jahres 1943 zur Familie meines Mannes nach Pommern. Dort verbrachte ich eine ruhige Zeit auf dem Land, die allerdings von harter Arbeit und zahlreichen mühsamen Hamstergängen mit meinen Schwägerinnen gekennzeichnet war. Als uns im Winter 1944/1945 klar wurde, dass die Russen bald vor der Tür stehen würden, entschied ich mich zur Flucht zurück nach Hause. Eine beschwerliche Reise mit meinem kleinen Sohn, an die ich in meinem weiteren Leben nie gerne zurück gedacht und über die ich auch mit meinen Kindern kaum gesprochen habe. Nur in manchen Träumen kehrten die Erinnerungen daran zurück. Gegenwärtig ist mir aber das Gefühl, das ich hatte, als ich nach wochenlanger Reise endlich meine Mutter und Schwester im Ruhrgebiet wieder in die Arme schließen konnte.

Eine Erinnerung von Ursel K.

1 Kommentar

  1. Unverzichtbar

    Solche Zeitzeugenberichte lese ich immer sehr sehr gern, sie sind unverzichtbar für unser Land und unsere Nachkommen.

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