Strukturgewandelte Arbeitwelt – der Dortmunder Technologiepark

1995 -2010

Der Campus

Der Dortmunder Technologiepark besteht seit 1985 auf einem Gelände zwischen der Dortmunder Universität und den Autobahnen A 40 und A 45.  Inzwischen haben sich dort 300 High-Tec-Unternehmen mit mehr als 10000 Arbeitsplätzen (1) niedergelassen.
Während meiner Zeit dort entstanden ständig neue Gebäude, darunter eine Fabrikationsstätte für Medikamenteninhalatoren eines großer Pharmahersteller aus der Nähe von Mainz, die 2010 eingeweiht wurde.

Mein Erinnerungsort

Ende 1995 trat ich eine Stelle bei einer mittelständischen Softwarefirma an, die einige Jahre zuvor ihren Sitz von Essen in ein eigenes Gebäude im Technologiepark verlegt hatte. Ich kannte die Firma schon, kam sozusagen nach Hause und war überrascht, die meisten meiner früheren Kolleg_innen dort noch zu treffen. Das Haus platzte zu dieser Zeit schon aus allen Nähten, Räume in der Nachbarschaft waren angemietet. Als Konsequenz wurde neu gebaut und und auch der Neubau schon drei Jahre nach dem Umzug von 1998 um einen Anbau erweitert.

Von vierzehn Jahren bei diesem Arbeitgeber habe ich ein Jahr im alten und elf im neuen Gebäude gearbeitet. Der Technologiepark als Umfeld ist mir in guter Erinnerung geblieben.
(Mit dem Auto) gut erreichbar, boten sich mir freundliche, moderne Büros. Unmittelbar neben den HighTec-Firmen lud ländliche Idylle (2) zu Spaziergängen in der Mittagspause ein. Die Kantine auf dem Campus habe ich selten aufgesucht.

Es geht mir hier nicht um meine Arbeit, sondern nur um deren äußere Bedingungen. Zwei Details sollen dennoch nicht unerwähnt bleiben:
Die Mitarbeiter_innen der Firma hatten einen Betriebsrat gegründet. In einem mittelständischen IT-Unternehmen war das ein aussergewöhnlicher Schritt, denn gewählte Arbeitnehmervertretungen sind in dieser Branche selten – im Gegensatz zur traditionellen Ruhrindustrie (3). Das mag man als Teil des Strukturwandels betrachten – es ist kein guter .
Das einst erfolgreiche Unternehmen ging 2010 in die Insolvenz. Dadurch endete mein Arbeitsverhältnis, ebenso wie das vieler meiner Kolleg_innen; der ehemalige Arbeitgeber überstand die Krise stark geschrumpft und existiert heute immer noch.

Kein Ruhmesblatt für den ÖPNV: Die Verkehrssituation

Durch seine Lage am Autobahnkreuz Dortmund-West ist der Technologiepark an den Autoverkehr (und den Stau) gut angebunden.
Schlecht dagegen die Anbindung an den ÖPNV: Zwar hält die S-Bahn S1 an zwei Stationen, die aber jeweils eine Viertelstunde zu Fuß entfernt sind – wenn man schnell geht. Ein Bus zum Haltepunkt Oespel steckte nachmittags regelmäßig im Stau; die S-Bahn wurde verpasst.
Einige Male bin ich auch bei schönem Wetter mit dem Rad gefahren.
Die Fahrzeiten: Auto 20-25 min, Bus & Bahn 1:05 Std, Fahrrad 55 min. Peinlich (und leider nicht untypisch für das Revier), dass sogar der Radfahrer immer noch schneller ist als der ÖPNV. Da gibt es noch erhebliches Verbesserungspotential!

 

Die Bilder, soweit nicht anders angegeben, habe ich im April 2007 gemacht.

  • Luftbild (*)
  • Eine Straße im Technologiepark – Martin-Schmeißer-Weg (**)
  • Hauert, Durchgangsstraße in Richtung A 40
  • dto.
  • Die Baustelle der Inhalatorenfabrik
  • Idylle in der Mittagspause

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(1) nach Angben auf der Website des Campus
(2) s. Bild 6
(3) Den hohen Organisationsgrad im Revier der Nachkriegszeit beschreibt der Beitrag „Mein erster Streik …“ in diesem Portal.

(*) von Kellermann – Eigenes Werk, 2009, CC BY-SA 3.0
(**) von Bastian Möller – Eigenes Werk, 2006, CC BY-SA 3.0

Eine Erinnerung von Arne

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