Statue der Hl. Barbara (Johannes Fischedick) vor dem Zechentor von Rheinbaben

1961-heute

Die Statue der Hl. Barbara von Johannes Fischedick von 1961 (gebrannter Klinkerton, Höhe 270cm ohne Sockel) steht heute auf dem Gelände vor der Malteser Begegnungsstätte an der Scharfstraße 13.

In meiner Kindheit hatte sie einen anderen Standort, nämlich direkt gegenüber dem Tor der Zeche Rheinbaben.
Und dort kam ich ca. 1963 jede Woche auf dem Weg zum Klavierunterricht an ihr vorbei. Ich erinnere mich daran, dass ich dann immer mit der Hl. Barbara, meiner Namenspatronin, in Gedanken geredet und ihr alles Mögliche erzählt habe, was sie wohl geduldig und ohne Ermahnungen aufnahm.
Mangels Übens und Talents wurde mein Klavierunterricht aufgegeben.
Und nach Schließung der Zeche Rheinbaben 1967 wurde sie an ihren heutigen Standort versetzt, damals gegenüber der St.Paul-Kirche.

Aus dem Buch „Religiosität im Bergbau“ (1)
Mit dem ersten Gottesdienst in der Notkapelle des Kindergartens 1946
„beginnt auch die weit über Bottrops Grenzen hinaus bekannt gewordene Geschichte des langjährigen Kampfes zwischen Don Camillo (dem Pfarrer Lütkenhaus) und seinem großen Widersacher Peppone (dem schon legendären Bottroper KPD-Führer und Betriebsratsvorsitzenden Clemens Krayenhorst)….
Dass ‚solch ein Pfaffe‘ es wagte, in der roten Hochburg Bottrop eine Gemeinde zu gründen, wurde… als eine unerhörte Provokation empfunden…. Rufe wie ‚Raus mit dem Pfarrer, wir brauchen ihn nicht‘ oder ‚Heil Moskau‘ konnten ihn nicht von seiner Mission abbringen….
… Die früher feindselige Stimmung weicht… bei manchem auch einem Respekt gegen der Standfestigkeit des Pastors….
… Jetzt kann es auch gewagt werden … direkt gegenüber dem Werkstor der Zeche Rheinbaben eine unübersehbar große Statue der hl. Barbara aufzustellen.
Am 10.Dezember 1961 wird sie feierlich gesegnet mit der Aufforderung des Pfarrers Lütkenhaus an die Bergleute: ‚Wenn ihr zur Schicht einfahrt, so werft einen Blick auf die Figur der hl. Barbara und sprecht ein kurzes Gebet. Wenn ihr wieder das Licht des Tages erreicht habt, dann dankt dafür, dass sie euch beschützt hat.‘“

(1) Historische Gesellschaft Bottrop e.V. Beiträge zur Bottroper Geschichte Nr. 26, April 2000 „Der du der rechte Bergfürst bist – Religiosität im Bergbau – Bergmännische Frömmigkeit in einer Ruhrgebietsstadt – Bottrop“

1. Foto aus diesem Buch – am ersten Standort
2. Foto 2018-06 – am aktuellen Standort

Eine Erinnerung von BT

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